Näfels Procession

Switzerland • April 2, 2026 • Thursday

89
Days
21
Hours
07
Mins
11
Secs
until Näfels Procession
Europe/Zurich timezone

Holiday Details

Holiday Name
Näfels Procession
Date
April 2, 2026
Day of Week
Thursday
Status
89 days away
About this Holiday
Näfels Procession is a common local holiday in Switzerland

About Näfels Procession

Also known as: Näfelser Fahrt

Die Näfelser Fahrt: Ein lebendiges Denkmal der Glarner Freiheit

Die Näfelser Fahrt ist weit mehr als nur ein lokaler Gedenktag; sie ist das schlagende Herz der Glarner Identität und eines der bedeutendsten historischen Gedenkfeste der Schweiz. Jedes Jahr im Frühling verwandelt sich das Dorf Näfels im Kanton Glarus in einen Ort der Besinnung, des Stolzes und der tief verwurzelten Tradition. Es ist ein Tag, an dem die Zeit für einen Moment stillzustehen scheint, während die Bewohner des Kantons zusammenkommen, um eines Ereignisses zu gedenken, das vor über 600 Jahren den Grundstein für ihre heutige Freiheit und Unabhängigkeit legte.

Was die Näfelser Fahrt so besonders macht, ist die einzigartige Mischung aus religiöser Prozession, staatspolitischem Festakt und volkstümlichem Gedenken. Während viele historische Gedenktage in Europa im Laufe der Jahrhunderte zu rein touristischen Spektakeln verkommen sind, hat die Fahrt ihren würdevollen und ernsthaften Charakter bewahrt. Es ist keine Parade mit bunten Kostümen oder lauter Festmusik, sondern ein gemeinsamer Gang – die "Fahrt" – zu den Stätten des Geschehens. Hier verbindet sich die Dankbarkeit gegenüber den Vorfahren mit dem modernen Verständnis von Demokratie und konfessioneller Zusammenarbeit.

In der malerischen Kulisse des Glarnerlandes, umgeben von den steilen Gipfeln der Alpen, wirkt die Prozession besonders eindrucksvoll. Wenn sich die Menschenmenge in Bewegung setzt, um die elf Gedenksteine zu besuchen, die an die elf Angriffe der Habsburger erinnern, wird die Geschichte greifbar. Es ist ein lebendiges Zeugnis des Schweizer Widerstandsgeistes und ein Symbol für den Zusammenhalt eines kleinen Volkes gegen eine scheinbar übermächtige Grossmacht. Für die Glarner Bevölkerung ist dieser Tag ein fester Ankerpunkt im Kalender, der Generationen verbindet und die Werte von Freiheit und Eigenständigkeit immer wieder aufs Neue im Bewusstsein verankert.

Wann findet die Näfelser Fahrt in 2026 statt?

Die Näfelser Fahrt findet traditionell am ersten Donnerstag im April statt. Für das Jahr 2026 ergeben sich folgende Eckdaten für dieses bedeutende Ereignis:

Wochentag: Thursday Datum: April 2, 2026 Countdown: Es verbleiben noch 89 Tage bis zu diesem denkwürdigen Ereignis.

Die Festlegung des Datums folgt einer festen Regel: Es ist immer der erste Donnerstag im April, es sei denn, dieser Tag fällt in die Karwoche (die Woche vor Ostern). In einem solchen Fall wird die Fahrt um eine Woche verschoben, um eine Kollision mit den höchsten christlichen Feiertagen zu vermeiden. Da die Fahrt im Jahr 2026 auf den April 2, 2026 fällt, bleibt der traditionelle Rhythmus gewahrt. Dieses variable, aber dennoch streng geregelte Datum sorgt dafür, dass die gesamte Planung im Kanton Glarus – von den Schulferien bis hin zu behördlichen Terminen – um diesen "Glarner Nationalfeiertag" herum organisiert wird.

Historischer Hintergrund: Die Schlacht bei Näfels 1388

Um die Bedeutung der Näfelser Fahrt zu verstehen, muss man weit in die Geschichte zurückblicken, in das späte 14. Jahrhundert. Die Zentralschweiz befand sich in einem erbitterten Konflikt mit dem Haus Habsburg, das versuchte, seine Machtansprüche über die strategisch wichtigen Alpenpässe und Gebiete zu festigen.

Am 9. April 1388 kam es am Rautiberg bei Näfels zur entscheidenden Auseinandersetzung. Ein gewaltiges habsburgisches Heer, geschätzt auf etwa 5.000 schwer bewaffnete Soldaten und Ritter, marschierte in das Glarnerland ein. Ihnen gegenüber stand eine kleine, aber entschlossene Truppe von etwa 600 Glarner Bauern, die durch kleine Kontingente aus den verbündeten Orten Uri, Schwyz und Unterwalden unterstützt wurden.

Die topographischen Gegebenheiten spielten den Glarnern in die Hände. In einem schmalen Talabschnitt nutzten sie die Überraschung und das Gelände zu ihrem Vorteil. Anstatt sich auf eine offene Feldschlacht einzulassen, positionierten sich die Glarner an den Hängen und liessen Steine und Felsbrocken auf die herannahenden Reiter herabstürzen. Die Verwirrung in den habsburgischen Reihen war total. Die schwere Kavallerie konnte im sumpfigen Gelände und unter dem Hagel der Steine nicht manövrieren. Die Glarner nutzten das Chaos für gezielte Angriffe mit ihren Hellebarden.

Der Sieg der Glarner war überwältigend und markierte das Ende der habsburgischen Ambitionen in dieser Region. 54 Schweizer fielen in der Schlacht und wurden später in der Kirche von Mollis beigesetzt. Dieser militärische Erfolg führte schliesslich zum Friedensvertrag von 1389, der Glarus die faktische Unabhängigkeit sicherte und den Kanton fest in der Eidgenossenschaft verankerte. Die Schlacht bei Näfels gilt heute als die letzte grosse bewaffnete Auseinandersetzung zwischen den Eidgenossen und den Habsburgern im 14. Jahrhundert.

Die Entwicklung der Tradition: Von der Wallfahrt zum Einheitsfest

Die erste Gedenkfeier fand bereits im Jahr 1389 statt, nur ein Jahr nach der Schlacht. Ursprünglich als religiöse Wallfahrt konzipiert, diente sie dazu, für den Sieg zu danken und für die Seelen der Gefallenen zu beten. Über Jahrhunderte hinweg war die Fahrt jedoch auch ein Spiegelbild der religiösen Spannungen in der Schweiz.

Nach der Reformation wurde Glarus zu einem religiösen Flickenteppich, was oft zu Konflikten führte. Lange Zeit hielten Katholiken und Protestanten getrennte Gedenkfeiern ab. Erst im Jahr 1844 gelang es, die Feierlichkeiten zu einer gemeinsamen, paritätischen Veranstaltung zu vereinen. Dieser Schritt war von enormer politischer Bedeutung, da er den Geist der Versöhnung und der Gleichberechtigung im Kanton Glarus zementierte.

Heute ist die Näfelser Fahrt ein Paradebeispiel für den schweizerischen Pragmatismus und den Respekt vor unterschiedlichen Glaubensrichtungen. Die Prozession wird gemeinsam durchgeführt, wobei die konfessionellen Eigenheiten gewahrt bleiben, aber das gemeinsame Ziel – das Gedenken an die Freiheit – im Vordergrund steht.

Ablauf und Zeremonie: Was passiert während der Fahrt?

Die Näfelser Fahrt folgt einem strengen, über Generationen überlieferten Protokoll. Die Atmosphäre ist geprägt von einer Mischung aus feierlichem Ernst, tiefer Spiritualität und bürgerlichem Stolz.

Die Prozession (Der "Gang")

Der Tag beginnt am frühen Vormittag. Die Teilnehmer versammeln sich in Näfels, um den traditionellen Weg abzulaufen. Die katholische Bevölkerung bildet eine formelle Prozession, angeführt von Priestern in liturgischen Gewändern, oft begleitet von religiösen Bannern und Kreuzen. Die reformierte Bevölkerung nimmt hingegen eher informell teil, was den theologischen Unterschieden in der Form des Gedenkens entspricht. Gemeinsam ziehen sie durch das Dorf und das Schlachtgebiet.

Die elf Gedenksteine

Der Weg führt an elf Gedenksteinen vorbei. Diese Steine symbolisieren die elf Angriffe, welche die Österreicher während der Schlacht gegen die Glarner Linien führten und die alle erfolgreich abgewehrt wurden. An jedem Stein wird innegehalten. Es werden Gebete gesprochen und kurze Momente des Schweigens eingelegt. Dieser Teil der Fahrt ist besonders meditativ und erinnert an den hohen Preis, den die Vorfahren für die Freiheit bezahlten.

Das Schlachtdenkmal und die Fahrtsbrief-Verlesung

Zentraler Punkt der Feierlichkeiten ist das Schlachtdenkmal. Hier findet der offizielle Staatsakt statt. Ein Höhepunkt ist die Verlesung des "Fahrtsbriefs", einer historischen Urkunde, welche die Namen der Gefallenen auflistet und die Bedeutung des Sieges hervorhebt. Es ist ein bewegender Moment, wenn die alten Namen in der Stille des Tals verhallen.

Die Ansprachen

Ein wesentliches Merkmal der modernen Näfelser Fahrt ist die Ausgewogenheit der Reden. Es sprechen abwechselnd ein katholischer Priester und ein reformierter Pfarrer. Die Themen der Reden schlagen oft die Brücke von der historischen Freiheit hin zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Es geht um Frieden, Toleranz, die Verantwortung des Einzelnen für die Gemeinschaft und den Erhalt der demokratischen Werte.

Musikalische Begleitung

Begleitet wird der Anlass oft von traditionellen Gesängen und historischen Schlachtliedern aus dem 16. Jahrhundert. Diese Lieder erzählen die Geschichte der Befreiung und verstärken die emotionale Wirkung des Gedenkens. Auch lokale Musikgesellschaften nehmen teil und verleihen dem Ganzen einen würdevollen Rahmen.

Praktische Informationen für Besucher

Wer die Näfelser Fahrt miterleben möchte, sollte sich auf einen authentischen, tief in der lokalen Kultur verwurzelten Anlass einstellen. Es ist kein Volksfest mit Karussells oder Marktschreiern, sondern ein Gedenktag.

Anreise und Lage

Näfels liegt am nördlichen Eingang des Glarner Haupttals, unweit des Walensees.
Mit dem Zug: Von Zürich aus ist Näfels-Mollis bequem in etwa einer Stunde mit dem Regionalzug (S25) oder mit Umsteigen in Ziegelbrücke erreichbar. Da der Ort während der Fahrt für den Individualverkehr teilweise gesperrt ist, wird die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr dringend empfohlen. Mit dem Auto: Parkplätze sind am Tag der Fahrt Mangelware. Besucher sollten die offiziellen Park-and-Ride-Möglichkeiten in der Umgebung nutzen.

Kleidung und Verhalten

Da die Fahrt bei jedem Wetter stattfindet und man längere Zeit zu Fuss unterwegs ist, ist wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk unerlässlich. Der April im Glarnerland kann sehr wechselhaft sein – von strahlendem Sonnenschein bis zu kühlem Regen oder gar Schneeschauern ist alles möglich. Besucher sollten sich dem Anlass entsprechend respektvoll verhalten. Während der Gebete und Ansprachen ist Ruhe erwünscht. Es ist ein Tag der Besinnung, daher sind laute Partys oder unpassende Kostümierungen nicht Teil des Geschehens.

Verpflegung

In Näfels und den umliegenden Dörfern gibt es zahlreiche Gasthäuser, die am Tag der Fahrt traditionelle Glarner Spezialitäten anbieten. Es ist ratsam, einen Tisch im Voraus zu reservieren, da viele Einheimische den Tag nutzen, um nach der Prozession mit der Familie oder Freunden essen zu gehen. Ein Muss für Besucher ist die "Glarner Pastete" (mit Zwetschgen- oder Mandel füllung) oder der berühmte Schabziger-Käse.

Regionale Besonderheiten

Ein Abstecher in das nahegelegene Weesen kann interessant sein. Weesen war zur Zeit der Schlacht ein habsburgischer Stützpunkt und bietet heute einen interessanten historischen Kontrast zum "siegreichen" Näfels. Die Landschaft rund um den Walensee und die Glarner Alpen lädt zudem zu Wanderungen ein, falls man den Besuch der Fahrt mit einem Naturerlebnis verbinden möchte.

Ist die Näfelser Fahrt ein gesetzlicher Feiertag?

Ja, die Näfelser Fahrt ist ein offizieller gesetzlicher Feiertag, allerdings nur im Kanton Glarus. Dies führt zu einer besonderen Situation innerhalb der Schweiz:

Im Kanton Glarus: Schulen, kantonale und kommunale Verwaltungen, Banken sowie die meisten Geschäfte und Gewerbebetriebe bleiben geschlossen. Es ist ein arbeitsfreier Tag, der der Bevölkerung die Teilnahme an der Fahrt ermöglicht. Der öffentliche Verkehr im Kanton kann nach einem speziellen Fahrplan verkehren.

  • In der restlichen Schweiz: In allen anderen Kantonen (einschliesslich der direkten Nachbarkantone wie St. Gallen oder Schwyz) ist der erste Donnerstag im April ein ganz normaler Arbeitstag. Schulen und Büros sind geöffnet.
Für Besucher bedeutet dies, dass man im Glarnerland vor verschlossenen Ladentüren stehen könnte, während nur wenige Kilometer weiter, jenseits der Kantonsgrenze, reger Betrieb herrscht. Die Hotels im Kanton Glarus sind an diesem Tag oft frühzeitig ausgebucht, da viele weggezogene Glarner ("Heimweh-Glarner") für diesen Tag in ihre Heimat zurückkehren.

Die Bedeutung der Fahrt in der modernen Zeit

In einer globalisierten Welt mag ein Gedenktag für eine mittelalterliche Schlacht auf den ersten Blick anachronistisch wirken. Doch für den Kanton Glarus erfüllt die Näfelser Fahrt eine wichtige soziale Funktion. Sie ist ein Moment der Entschleunigung und der Rückbesinnung auf das, was die Gemeinschaft im Kern zusammenhält.

Die Fahrt mahnt daran, dass Freiheit nicht selbstverständlich ist, sondern immer wieder neu erarbeitet und verteidigt werden muss – heute vielleicht weniger auf dem Schlachtfeld, sondern vielmehr im täglichen Einsatz für demokratische Prozesse und den sozialen Zusammenhalt. Die paritätische Natur des Festes (das Miteinander von Katholiken und Reformierten) ist zudem ein starkes Symbol für den religiösen Frieden, der in der Schweiz über Jahrhunderte mühsam erkämpft wurde.

Für junge Glarner ist die Fahrt ein wichtiger Teil ihrer Sozialisation. Durch die Teilnahme lernen sie die Geschichte ihrer Heimat kennen und entwickeln ein Verständnis für die kantonalen Traditionen. So bleibt die Näfelser Fahrt auch im 21. Jahrhundert ein lebendiger Bestandteil der Glarner Kultur, der weit über die Grenzen des Tals hinaus Beachtung verdient.

Wenn am April 2, 2026 2026 die Glocken in Näfels läuten, werden wieder Tausende den Weg der elf Steine beschreiten. Sie werden an die 54 Gefallenen denken, den Fahrtsbrief hören und gemeinsam ein Zeichen für Unabhängigkeit und Zusammenhalt setzen. Es ist diese Kontinuität über sechs Jahrhunderte hinweg, die die Näfelser Fahrt zu einem der eindrücklichsten Erlebnisse in der Schweizer Festlandschaft macht.

Frequently Asked Questions

Common questions about Näfels Procession in Switzerland

Die Näfelser Fahrt findet im Jahr 2026 am Thursday, den April 2, 2026, statt. Es verbleiben noch 89 Tage bis zu diesem bedeutenden Gedenktag. Traditionell wird die Feierlichkeit am ersten Donnerstag im April begangen, sofern dieser nicht in die Karwoche fällt. Die Veranstaltung beginnt am Vormittag und führt die Teilnehmer auf einer historischen Route durch das Zentrum von Näfels, um den Sieg der Glarner über die Habsburger Truppen im Jahr 1388 zu würdigen.

Ja, die Näfelser Fahrt ist ein offizieller öffentlicher Ruhetag, jedoch ausschliesslich im Kanton Glarus. In diesem Kanton bleiben Schulen, Regierungsämter und viele private Unternehmen geschlossen, damit die Bevölkerung an den Feierlichkeiten teilnehmen kann. Im Rest der Schweiz ist dies ein normaler Arbeitstag. Besucher sollten beachten, dass der öffentliche Verkehr und die Hotels im Kanton Glarus aufgrund der lokalen Feierlichkeiten stark ausgelastet sein können, während das Leben in den Nachbarkantonen gewohnt weiterläuft.

Die Prozession erinnert an die Schlacht bei Näfels vom 9. April 1388, die letzte grosse Auseinandersetzung zwischen den Eidgenossen und dem Hause Habsburg im 14. Jahrhundert. Damals besiegten rund 600 Glarner, unterstützt durch Verstärkung aus Uri, Schwyz und Unterwalden, ein habsburgisches Heer von etwa 5'000 Mann. Durch das Herabrollen von Steinen am Rautenberg gelang es den Glarnern, die Unabhängigkeit ihres Kantons zu sichern. Die 54 gefallenen Schweizer wurden in Mollis begraben, und der Sieg festigte die Identität der Schweizerischen Eidgenossenschaft nachhaltig.

Die Teilnehmer begehen die 'Fahrt' auf einer traditionellen Route durch Näfels, wobei sie verschiedene Gedenksteine und das Schlachtdenkmal besuchen. Das Programm umfasst Gebete, feierliche Ansprachen und das Gedenken an die Verstorbenen. Ein besonderes Merkmal ist die religiöse Vielfalt: Während die Katholiken eine formelle Prozession mit Priestern bilden, nehmen die Reformierten in einer informelleren Gruppe teil. Die abschliessenden Reden werden abwechselnd von katholischen Priestern und reformierten Pfarrern gehalten, was seit 1844 ein starkes Symbol für die religiöse Gleichberechtigung und Einheit im Kanton Glarus darstellt.

Die Näfelser Fahrt ist tief in der Tradition der Befreiungsfeiern des 16. Jahrhunderts verwurzelt. Ein zentrales Element ist das Singen von historischen Schlachtliedern und das Verlesen der Namen der Gefallenen. Die Atmosphäre ist eine Mischung aus ernsthaftem historischem Gedenken, spiritueller Andacht und Gemeinschaftserlebnis. Es ist kein Volksfest mit Kostümen oder Partys, sondern ein würdevoller Akt der kantonalen Identität. Die Prozession fördert den Stolz auf die eigene Geschichte und dient der Besinnung auf die erkämpfte Freiheit und Unabhängigkeit des Kantons Glarus.

Das Ereignis findet in Näfels statt, einer Gemeinde am nördlichen Eingang des Glarnerlandes in der Nähe des Walensees. Für Besucher ist der Ort sehr gut erreichbar, insbesondere mit dem Zug von Zürich aus, was etwa eine Stunde Fahrtzeit in Anspruch nimmt. Die Route führt direkt durch das Dorfzentrum zu den historischen Stätten der Schlacht. Wer sich für die Geschichte interessiert, kann auch das nahegelegene Weesen besuchen, das damals auf der Seite der Habsburger stand und einen interessanten historischen Kontrast zur Glarner Perspektive bietet.

Besucher sind herzlich willkommen, sollten jedoch bedenken, dass es sich um eine Gedenkfeier und nicht um ein Unterhaltungsfest handelt. Ein respektvolles Verhalten ist dem Anlass entsprechend angemessen. Es gibt keine speziellen Eintrittsgebühren, da es sich um eine öffentliche Veranstaltung handelt. Da das Wetter im April im Glarnerland wechselhaft sein kann – von kühlen Temperaturen bis zu Regen – wird wetterfeste Kleidung empfohlen. Es ist ratsam, sich vorab über die genauen Marschzeiten und den Streckenverlauf auf lokalen Informationsportalen zu informieren, da die Strassen im Zentrum für den Verkehr gesperrt sind.

Obwohl die Näfelser Fahrt ein kantonaler Feiertag ist, hat sie eine grosse nationale Bedeutung für die Schweizer Identität. Die Schlacht bei Näfels beendete die Ansprüche der Habsburger auf die wichtigen Alpenpässe in der Region und sicherte den Fortbestand der Eidgenossenschaft. Zudem ist die heutige Form der Prozession ein wichtiges Zeugnis für den religiösen Frieden. Nach langen Spannungen zwischen den Konfessionen wurde die Fahrt 1844 so umgestaltet, dass sie Katholiken und Protestanten gleichermassen einbezieht, was sie zu einem Symbol für den schweizerischen Zusammenhalt und Kompromiss macht.